V E R E I N S N A M E N . D E

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Club versus Klub


Einzelnstehende „C“s gibt es im Deutschen nicht. Wenn dieser Buchstabe in Eigennamen enthalten ist, war er dort nachträglich nur zu Zierdezwecken eingebaut worden. Seit der Rechtschreibreform von 1901 (als die Vereinsgründungen freilich schon in vollem Gange waren) kam das C nicht einmal mehr in Fremdwörtern vor, wo man stattdessen je nach Aussprache ein K oder ein Z setzt. Das englische Wort „Club“ schreibt sich im Deutschen demnach zweifels­ohne mit K. Dies ist umso erforderlicher, zumal wir es ja auf deutsch aussprechen (also nicht „Klab“) und es den deutschen Wortbildungsregeln nicht entgegensteht, womit es die Eigenschaft eines Lehnworts innehat. Nur in Fußball­kreisen hält man sich als Tribut an das Mutterland dieses Sports beharrlich an die englische Schreibweise. Die meisten germanisch- und slawischsprachigen Länder sind dieser Marotte nicht so verfallen, auch nicht die skandinavischen, die dem englischen Fußball ansonsten wesentlich näher stehen. Österreich ist eine Kampfzone zwischen Club und Klub. Mehrere der wichtigsten Vereine gehören dabei der untadeligen Fraktion an: SK Rapid Wien, FK Austria Wien, Grazer AK, SK Sturm Graz, Linzer ASK. Obwohl der Sachverhalt eigentlich genügend Sprengstoff für einen „Glaubenskrieg“ enthält, sieht man die Dinge in Österreich aber erstaunlich gelassen. Es wird sogar munter hin und hergewechselt, betrachtet man die konkursbedingten Neugründungen des Wiener SC als Wiener SK und des FC Niederösterreich St. Pölten als SK Niederösterreich St. Pölten, oder umgekehrt das Kürzel „SCR“ des SK Rapid. Auch in Deutschland vermerken wir die Auferstehung des SK Uelzen 09 als SC Uelzen 09 und die haarsträubende Umbenennung des FK Südring-1906 Selb in FC Selb. Die Schreibweise wird also schon genau wahrgenommen, aber dennoch nicht für wichtig befunden - eine merkwürdig unentschlossene Haltung.



In Deutschland beobachtet man ohnehin seit jeher den Widerspruch, daß der Kürzelname zwar als „FC“, „SC“, usw. angegeben ist, die zugehörige ausgeschriebene Fassung jedoch als „Fußballklub“/„Sportklub“, weil man sich da plötzlich offenbar doch der allgemeinen Rechtschreibung verpflichtet fühlt. Im Kürzel war das K kurioserweise nur im Sudetenland (Warnsdorfer FK, Teplitzer FK, Reichenberger SK) und auch im Elsaß (Straßburger FK, FK Schiltigheim, FK Mars Bischheim) landläufig. Innerhalb der heutigen Staatsgrenzen nannten sich immerhin die maßgeblichen Vorläufer von Fortuna Düsseldorf, Darmstadt 98 und dem VfR Aalen „FK“. Mit dem FK Pirmasens und dem Lüneburger SK genießen letztlich zwei „Klubs“ einen leidlichen Bekanntheitsgrad. Beide strahlten auch auf ihr Umland aus (FKP: FK Clausen, FK Petersberg, FK Windsberg; LSK: Dahlenburger SK, Vastorfer SK). Die Fußballabteilung des LSK wurde 2008 in die Fusion zum FC Hansa entlassen, doch erkannte man diesen wohl schwersten Verlust für die deutsche Vereinsnamenslandschaft aller Zeiten schon drei Jahre später als Fehler. Damit sieht die abschließende Liste der deutschen „Klubs“ nunmehr wie folgt aus: FK Clausen, FK Austria Döbeln 06 (liegt tatsächlich in Deutschland), FK Ludwigshöhe, FK Peters­berg, FK Pirmasens, FK Phönix Regensburg, FK Spaichingen 75, FK Schwampel Stuttgart 07, FK Windsberg, FK Hansa Wittstock; Brandenburger SRK, Dahlenburger SK, STK Eilvese, SK Hagenschieß, SK Herbornseelbach, SK Heuchling, SK Lauf, Lüneburger SK Hansa, BSK Olympia Neugablonz, SK Theissing, Vastorfer SK, SK Weingarten; Berliner AK 07. Nicht mit dem Wort „Klub“ werden die Kürzel der Vereine ABK 54 Ahrbrück, TSV RSK Esslingen, SK Fichtenberg, FSK Hoof, SV ESK Kempten, PTSK Kiel, TPSK Köln, VSK Germania Niederfeld, VSK Osterholz, UFK Potsdam 08, TSK Spiekershausen und FSK Vollmarshausen gebildet.


In anderen Sportarten läuft einem die K-Schreibweise häufiger über den Weg, besonders bei Schach- und Rudervereinen. Der SK Ramsau („Ski-Klub“) unterhält auch eine Fußballabteilung. Hannover meldet ein gar sensationelles Kleinod: Der TKH, weitaus größter Sportverein der Stadt, nennt sich seit 1858 „Turn-Klubb“.



C/K in Wortnamen


Fremdländische und latinisierte Wortnamen treten bei Fußballvereinen zumeist in beiden Schreibweisen auf. Bedeutsam sind aber nur zweie mit unlogischer, vollkommen entgegengesetzter Schwerpunkt­bildung: „Concordia“ wird fast immer mit C bevorzugt, „Viktoria“ fast immer mit K. Gleichwohl versucht man sich wie die Clubs/Klubs in kontrollierter Beliebigkeit. So hieß Concordia Plauen früher mal „Konkordia“, Viktoria Einsiedel und Viktoria Frankfurt/Oder zuvor „Victoria“, und Viktoria Aschaffenburg soll mit C im Vereinsregister stehen.