V E R E I N S N A M E N . D E
d i e S e i t e ü b e r d e u t s c h e F u ß b a l l - V e r e i n s n a m e n , g e g r . 1 9 9 9
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Auswahlkriterien
Auf Vereinsnamen.de sollen alle jemals im deutschen Männerfußball verwendeten Vereinsnamen zusammengetragen werden. Derzeit besteht die Sammlung aus 1.642 Namen.
Unter „deutsch“ ist der volksdeutsche und damit deutschsprachige Siedlungsraum zu verstehen. Dieser umfaßt Deutschland, Österreich, die Deutschschweiz, Liechtenstein, Südtirol (Italien) und die Region Eupen (Belgien), fußballhistorisch auch Gebiete in Polen, Rußland, Litauen, Tschechien, Frankreich und Luxemburg.
Die Auswahl der Beispielvereine erfolgt im Grunde zufällig. Jedoch wird eine möglichst große geographische Streuung angestrebt (Berlin, Wien und andere Großstädte treten nur deshalb häufiger auf, weil jeweils kein anderer Beispielverein bekannt ist). Sofern es keine heute bestehenden Beispielvereine gibt, kommen historische zum Zug (derzeit in ca. 580 Fällen). Sie sind am Zeichen (+) zu erkennen. Damit ist nicht unbedingt gesagt, daß es den Verein nicht mehr gäbe; er kann auch heute anders heißen oder die Fußballabteilung abgeschafft haben. In der Sammlung sind auch nicht-fußballspielende Sportvereine und eine Handvoll unsportive Vereine enthalten, nämlich wenn deren Name zufälligerweise nicht, sondern nur in ähnlicher Form bei einem Fußballklub vorkommt (derzeit in ca. 185 Fällen). Sie sind mit dem Zeichen (*) versehen. Selbst untergegangene Fußballvereine hätten aber als Beispiel Vorrang. Von den Wortnamen-Beispielvereinen sind manche wohlweislich nicht mit Bezeichnungsnamen angegeben, entweder weil diese bei historischen nicht bekannt sind, oder weil sie bei nicht-fußballspielenden als fußballuntypisch unangenehm auffielen.
Einigen Gruppen von Vereinsnamen ist der Zutritt zur Sammlung verwehrt. 1. Begriffen mit geographisch stark begrenztem Bezug (Wormatia Worms, Hartenfels Torgau, Grenzland Twist). Bei den Bezeichnungsnamen werden geographische Inhalte komplett außen vor gelassen. 2. Sponsoren- und Werksnamen (Bayer Leverkusen, Carl Zeiss Jena, Röchling Völklingen). 3. Juxnamen. Darunter fallen erstens offenkundige Späßchen (Blaues Wunder, Beinhart, Staubwolke), zweitens Nachahmungen europäischer Spitzenklubs (United, Arsenal, Rangers), drittens geographische Namen fremder Gebiete (Tasmania, Columbia, Bohemia fernab Böhmens), ausgenommen Griechenland und Britannien. 4. Allzu politisch extremistische Namen (NSTG Graslitz = Nationalsozialistische Turngemeinde, SG SS Straßburg, Rotes Banner Trinwillershagen). Zu dieser und gleichzeitig zur vorherigen Gruppe gehört auch der Name „Roter Stern“, den die bundesdeutschen Verbände mittlerweile in neunfacher Ausführung am Spielbetrieb teilnehmen lassen. Wie deutlich muß man seine Mißbrauchsabsichten eigentlich zeigen, daß man abgelehnt wird? 5. Namen, die ausdrücklich nur auf andere Sportarten als Fußball oder seine „Haßliebe“ Turnen verweisen. 6. Kürzel, in denen sich das erste Wort des ausgeschriebenen Bezeichnungsnamens nicht widerspiegelt (Eisenbahner- Turn- und Sportverein Osnabrück = TSV, Älterer Turn- und Sportverein Lohne = TuSpo, Freie Turn- und Sportvereinigung Ost Bielefeld = TuS). Während das Grundwort (Verein, Klub) gerne mal mit Kalkül verschluckt wird, um ein bestimmtes Kürzel zu erwirken, ist im Weglassen der ersten Voranstellung keine Schöpfungshöhe zu erkennen. 7. Pluralnamen (Horst-Emscher-Husaren, Löwen Zwickau, Wismar Vikings), mit älteren Beispielvereinen jedoch ausnahmsweise aufgenommen. Es handelt sich hierbei eindeutig um eine völlig undeutsche Namensgattung, die nennenswert erst Mitte der 90er Jahre über das Eishockey nach Deutschland hereinkam. Am erträglichsten wäre noch der herkömmliche Aufbau (Löwen Musterstadt), schlimmer die Umkehr (Musterstädter Löwen), noch schlimmer die unterlassene Beugung, also die englische Grammatik (Musterstadt Löwen), am schlimmsten die Verwendung von englischer Grammatik und Anglizismus (Musterstadt Lions). Wann immer Vereine versuchten, diese Namensgattung einzuführen, blieben sie damit isoliert. Die verrückten Einfälle aus der Schweiz (Grasshoppers, Old Boys, Youngs Boys) stießen überall auf breiteste Ablehnung. Bezeichnend ist auch der Umgang mit dem englisch-holden Namen „Kickers“, der von der Ursprungsidee (noch erhalten beim SV Stuttgarter Kickers) über eine Zwischenform (Offenbacher FC Kickers) bald ins deutsche Aufbauschema umgewandelt wurde (FC Kickers Obertshausen). Ein starkes Gegenbeispiel bilden zugegebenermaßen die „Sportfreunde“, die aber sowieso in mehreren Hinsichten querschießen.
Obwohl weniger als 1% der Vereine von diesen Ausschlußkriterien betroffen sind, hagelt es dafür immer wieder Kritik. Ein Mindestmaß an Ordnung ist jedoch nötig. Vereinsnamen.de bemüht sich darum, Fußball-Vereinsnamen als Kulturgut zu beschreiben. Wenn man Alles als Vereinsname akzeptieren würde, dann wäre auch jedes Gekritzel Malerei, jede Lautäußerung Musik, jede Körperbewegung Sport. Demnach führen erst Eigenanforderungen zur kulturellen Wertigkeit.
Namen von Ausländervereinen werden ebenfalls nicht gesammelt, da sie schlicht überhaupt nicht Thema dieser Seite sind. Das gilt auch dann, wenn der Name durchaus deutschen Mustern folgt (IFC Schmallenberg, FK Göttingen 08, FC Rubin Limburg-Weilburg). Vereinsnamen.de möchte nicht das Verhalten von Ausländern in Deutschland beobachten, sondern im Spiegel von Fußball-Vereinsnamen der deutschen Volksmentalität und der Sprachanwendung des Deutschen auf die Spur kommen.
Um die Sammlung übersichtlich zu halten, ist in anderen Dingen Gleichgültigkeit erforderlich. Folgendes bleibt unberücksichtigt: 1. Die genaue Schreibweise des ausgeschriebenen Bezeichnungsnamens („Fußballklub“ oder „Fußball-Klub“, „Fußball-Sportverein“ oder „Fußball- und Sportverein“). Auch wenn ein „Ballspielverein“ inhaltlich durchaus etwas anderes verspricht als ein „Ball- und Spielverein“, kann man den Vereinen wirklich nicht zutrauen, daß es ihnen selbst darauf ankäme, geschweige denn daß sie ihr Sportangebot danach ausrichteten. Zwecks übersichtlicherer Darstellung sind deshalb sogar teilweise die ausgeschriebenen Fassungen etwas anders formuliert als wie die Beispielvereine es selbst tun. Im Allgemeinen werden hier deutsche Wörter eher zusammengefügt als verschiedensprachige (Postsportverein/